Bauen in der Stadt muss neu gedacht werden. Wohnungsbau muss jedoch nicht Betonklötze bedeuten. Bauen mit Holz, viel Gebäudebegrünung, Regenwasserspeicher und Regenwasserversickerung unter den Gebäuden schont die Umwelt. Wenn das Gebäude irgendwann abrissreif wird, ist es zum größten Teil recyclebar. Ein idealer Kompromiss zwischen Umweltaktivisten und Bauherren, der gut für unser Klima ist.

Bauen mit Holz

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Die Bäume binden während ihres Wachstums CO2, welches erst wieder bei ihrer Verbrennung frei wird.
Die Herstellung von Zement, einem Grundstoff für Beton, erzeugt weltweit mehr Kohlendioxid als der gesamte Flugverkehr. Der Vorteil des Baustoffes Holz liegt bezüglich des Kohlendioxidverbrauchs klar auf der Hand. Selbst große Mehrfamilienhäuser mit mehr als 10 Parteien lassen sich in Holzbauweise erstellen. In Modulbauweise lassen sich Gebäude schnell errichten und auch wieder demontieren. Gebrauchte Module können sogar nach einer Aufarbeitung wieder für neue Gebäude verwendet werden. Um Verbundstoffe mit Kunststoff zu vermeiden, lassen sich zur Dämmung und Abdichtung der Gebäude natürliche Baustoffe wie Hanf, Lehm, Kork und Kautschuk verwenden.

Besseres Stadtklima durch Gebäudebegrünung

Durch eine optimale Begrünung der vertikalen und horizontalen Gebäudeflächen werden die Fassaden zu Gärten, die Sauerstoff produzieren, CO2 abbauen, Feinstaub binden, Insekten eine Heimat geben, sowie Hitze und Lärm absorbieren. Darüber hinaus sinkt durch die Begrünung der Fassaden und Dächer der Energiebedarf zur Kühlung im Sommer und zum Heizen im Winter.

Regenwasserspeicherung

Eine Gebäudebegrünung muss natürlich mit Wasser versorgt werden. Hier bietet sich die natürliche Resource Regenwasser an. Zu Niederschlagszeiten lässt es sich in Zisternen unter dem Gebäude speichern und zur Bewässerung des Gartens und der Gebäudebegrünung nutzen. So kühlt das aufgefangene Regenwasser durch die Verdunstung über die Pflanzen die das Gebäudeselbst und die umgebende Luft auch an sonnigen Tagen. Dadurch verhindert der Baustoff Holz in Verbindung mit der Gebäudebegrünung die Bildung einer Hitzeinsel in der Stadt.

Regenwasserversickerung

Durch den Klimawandel wechseln sich mittlerweile starke Regenfälle mit langen Trockenperioden ab. In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel und die Erde ist selbst in einer Tiefe von mehr als 80 Zentimetern noch trocken.
Das hängt in Städten auch damit zusammen, dass durch die Versiegelung der Böden durch Häuser- und Straßenbau das meiste Regenwasser ungenutzt in der Kanalisation verschwindet und diese damit sogar bei Starkregen überfordert ist.

Die Nutzung von häuslichen Regenwasserzisternen würde dafür sorgen, das Regenwasser aufzufangen und so die Kanalisation zu entlasten. Gleichzeitig kann das aufgefangene Regenwasser die Gärten in Trockenperioden mit Wasser versorgen und der Austrocknung des Bodens entgegenwirken.

Bei Starkregen ist die Kapazität einer Zisterne oft schnell erreicht. In diesem Fall könnte das überlaufende Regenwasser in eine unter dem Haus gelegene Versickerungsanlage an den Boden abgegeben werden und so dem Grundwasser zugeführt werden.

Die konsequente Anwendung von Zisternen und Versickerungsanlagen kann so helfen, dass in Städten der Grundwasserspiegel wieder angehoben wird und trägt somit dazu bei, eine Austrocknung der Böden zu verhindern. So können Grünflächen in der Stadt leichter erhalten werden und durch Verdunstung zu einem kühleren Stadtklima beitragen.

Bebauungspläne gegen den Klimawandel

Städte müssen sich dem Klimawandel anpassen. Dabei spielt die Art der Bebauung eine große Rolle. Wie gebaut wird darf dabei im Interesse der Menschen unserer Stadt nicht allein dem Markt überlassen werden. Durch die Festlegung der Bedingungen zur Errichtung für Gebäude in Bebauungsplänen kann die Stadt regulieren, wie gebaut werden soll.

In einen klimagerechten Bebauungsplan gehören also auch:

  • Vorgeschriebene Zisternen (Volumen abhängig von der Dachflächen)
  • Vorgeschriebene Versickerungsanlagen
  • Vorgaben zur Holzbauweise (Wo möglich soll Holz als Baustoff genutzt werden)
  • Vorgeschriebene horizontale und vertikale Gebäudebegrünung

Beispiele für Projekte in Holzbauweise

Sinn von Zisternen und Versickerungsanlagen

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Stadtverordneter für die Piratenpartei Deuschland – Kreisverband Frankfurt
Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt am Main.

Von Herbert Förster

Stadtverordneter für die Piratenpartei Deuschland – Kreisverband Frankfurt Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt am Main.

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